Abwechslungsreiches Gestalten des Reitunterrichtes

Abwechslungsreiches Gestalten des Reitunterrichtes

Reitlehrer und Trainer sind bezüglich der Gestaltung Ihres Reitunterrichtes mit einer großen Herausforderung konfrontiert: Abwechslung für Reitschüler und Schulpferde zu schaffen, ist eine Aufgabe, die zwischen der riesigen Anzahl an Verantwortlichkeiten nicht einfach zu bewältigen ist. Das Pferdewirtschaftsmagazin möchte Ihnen hier die ein oder andere Möglichkeit geben, Ihre Unterrichtseinheiten abwechslunsgreich, effektiv und motivierend zu gestalten.

Zunächst stellen wir uns die Frage, was guten Reitunterricht eigentlich ausmacht? Grundsätzlich ist es die Mischung aus einer guten theoretischen Wissensvermittlung laut den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und die Unterrichtsgestaltung auf Basis der Ausbildungsskala. Jeder Trainer sollte sich seiner Verantwortung gegenüber dem Partner Pferd bewusst sein und sich zum Ziel setzen, die tierschutzgerechte Ausbildung und das partnerschaftliche Miteinander mit dem Pferd zu fördern und weiterzugeben. Sicherheit im Reitunterricht geht in jedem Falle vor, dies beleuchten wir in diesem Artikel.

Das Baukastenprinzip in der Theorievermittlung

Ihren Schüler sollte klar sein, warum, wie und mit welchem Ziel Sie etwas verlangen. Die Lektionen müssen gut erklärt sein und deren Hilfengebungen nachvollziehbar. Eine Art Baukastenprinzip sorgt für schnelle Verständlichkeit.

Als Beispiel: Was soll gebaut werden? Korrektes Reiten eines Zirkels. Welche Bausteine werden dafür benötigt? Verwahrende Schenkelhilfe außen, treibende Schenkelhilfe innen, einseitig belastende Gewichtshilfe, annehmende innere Zügelhilfe, verwahrende Zügelhilfe außen.

Natürlich muss im weiteren Vorgehen auch das Erklären der zu erfolgenden nachgebenden Zügelhilfe erfolgen und auch die Anweisung, wie eine korrekte Zügelhilfe aussieht. Denn, das sind Fragen, die sich Ihre Schüler stellen können und die im Vornherein klar beantwortet werden müssen. Wenn Sie nach dem Baukastenprinzip vorgehen, ist es für die meisten, noch unerfahrenen Reiter verständlicher.

Hier sind einige alltägliche Übungen, die Sie in Ihren Reitunterricht einbauen können. Diese Übungen fördern das Feingefühl des Reiters, gymnastizieren Ihre Schulpferde und bringen Abwechslung in die Reithallen und -plätze.

Stangen- und Cavalettiarbeit

Das Training über Cavalettis und Stangen ist sicher schon Bestandteil in der ein oder anderen Unterrichtsstunde. Jedoch gibt es oft mehr Möglichkeiten, die Hindernisse zu überwinden, als zunächst anzunehmen wäre. 
Eine effektive Übung für die Koordination und das Feingefühl Ihrer Schüler ist die sternenförmige Anordnung von Stangen oder -je nach Anspruch- Cavalettis auf einem Zirkel. Diese gilt es dann in vorgegebener Reihenfolge zu überwinden: Erst eine, dann zwei, usw. Hierbei müssen vor allem die verwahrenden Hilfen und die effektive Wegfindung abgerufen werden. Je nach Trainingsphase (Aufwärmen, Arbeiten, Abreiten) können die Stangen verschieden eng gelegt werden. Auch das Überwinden in verschiedenen Gangarten ist bei entsprechender Eigung vorgesehen. Ihre Schulpferde erhalten so eine tolle Gymnastikeinheit. Ob die Stangen oder Cavalettis überwunden, oder drumherum geritten werden soll, ist Ihnen überlassen. Ihrer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Einige Vorschläge für das Trainieren über die vier Stangen am Boden haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Je nach Trainingsziel ist eine unterschiedliche Anordnung der Stangen möglich und sinnvoll. So können die Bodenstangen auch als Viereck angeordnet werden und über entsprechende Wege überwunden werden. 

Geschicklichkeitsparcours

Wem ein paar Stangen und Cavalettis am Boden nicht reichen, kann einen kompletten Geschicklichkeitsparcours auf dem Reitplatz herrichten. Als Hilfsmittel können Pylonen, Planen, Ständer, Hindernisse und Stangen genutzt werden. Hier können Sie verschiedene Lektionen abrufen, welche Sie bis dato unterrichtet haben, um den Stand Ihrer Reitschüler abzurufen. In jeder Ecke, an den langen Seiten oder bei X warten dann bestimmte Herausforderungen auf Ihre Schüler. Tritte verlängern über drei Stangen, halten bei der grünen Pylone, eine korrekte Volte in der ersten Ecke, Schlangenlinien um die Hütchen inklusive der Überwindung einer Stange sind nur erste Ideen für Ihren Parcours. 

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Bodenarbeit

Eine Trainingslektion vom Boden aus ist eine tolle Möglichkeit, Bindung und Vertrauen zwischen Reitschüler und Schulpferd zu stärken. Der Reitschüler kann Takt und Bewegungsablauf vom Boden aus betrachten und einschätzen lernen. Genauso können Körpersprache, eine feinfühlige Kommunikation mit dem Pferd und das Prinzip von Druck, Gegendruck und Weichen erlernt werden. Eine einfach Übung ist die Freiarbeit an der Longe mit Kappzaum. Das Herausschicken des Pferdes, Zirkel verkleinern und vergrößern, Schlangenlinien und das Lotsen um Pylonen sind Lektionen, die es mittels Körpersprache zu erarbeiten gilt. Auch für Ihre Schulpferd eine willkommene Abwechslung, einmal ohne Reiter zu trainieren.  

Ausritte und Geländetraining

Im Gelände ist die Welt doch etwas vielfältiger und bunter. Nutzen Sie diese Gegebenheiten für ein abwechslungsreiches Training. Spaziergänge mit Ihren Schulpferden, um die Grundprinzipien von Gehorsam und Respekt abzufragen, sind eine tolle Möglichkeit für Ihre Trainingsgestaltung.  Bringen Sie Ihren Reitschülern bei, wie ein Pferd richtig geführt wird, wie es gelingt, sich nicht überholen zu lassen, durch unbekannte oder unverhoffte Situationen zu führen und welchen Trainingseffekt es mit sich bringt. Übungen wie Rückwärtsrichten bergauf oder Klettern haben einen effektiven Trainingseffekt: Muskulaturaufbau und Vertrauensförderung. Ihre Schüler müssen lernen, auch in stressigen Situationen die Nerven zu behalten und das Pferd durch die Gefahrenzonen zu lotsen. 
Ein Ausritt mit integrierten Dressurübungen sind ebenfalls eine Variante für Ihren Trainingsplan. Hangbahntraining, Klettern, Rückwärtsrichten – All das dient der Kräftigung Ihrer Schulpferde. Durch Umwelteinflüsse werden sie gelassener und abgehärtet. 

Theoriekurse

Bei schlechtem Wetter, gefrorenen Reitplätzen oder belegten Reithallen – eine Theorieeinheit dient der weiteren Wissensvermittlung. Holen Sie sich Ihre Experten dazu und organisieren Sie einen kleinen Workshop. Ihr Hufschmied oder Ihr Sattler haben sicher interessante Fakten parat, die sie gern weitergeben. Auch die Auswertung von selbst gefilmten Ritten oder eines Turniers, schulen den Blick Ihrer Reitschüler. Worauf achten die Richter? Was könnte am eigenen Reitersitz verbessert werden? Ist das Pferd takt- und schwungvoll?

Tipps für die professionelle Auswertung Ihrer Trainingslektionen finden Sie hier. Wir empfehlen den Equisense Trainingssensor, den Co-Trainer für Ihre Hosentasche, sowie das Cxevalo Mückenspray für den besten Fliegenschutz während des Reitunterrichtes.