Onlinemarketing und die Pferdebranche – Von nichts kommt nichts.

Onlinemarketing und die Pferdebranche - Von nichts kommt nichts.

Die Pferdebranche traut sich nicht. Die Sache mit dem Onlinemarketing ist für die Vereine und Betriebe in Thüringen eine Angelegenheit, mit der man sich nicht näher auseinandersetzen will oder kann. Geschätzt hat lediglich die Hälfte der Reitsportbetriebe in Thüringen eine Webseite oder einen social media Auftritt auf Facebook, Twitter und Co.
Wenn Vereine und Betriebe einen Onlineauftritt haben, ist dieser meist völlig inaktuell, nicht benutzerfreundlich und grafisch überholbedürftig.
Leider ist die Wichtigkeit von Onlinemarketing und social media noch nicht in den Köpfen angekommen. Ich glaube an den „großen Knall“ wenn sich die Stallbetreiber und Reitvereine nicht um Kundenzufriedenheit, Benutzerfreundlichkeit, Neukundengewinnung und Kundenbindung bemühen.

DIE ZIELGRUPPE IST IM INTERNET

Die ARD-ZDF Onlinestudie von 2014 belegt es: Insgesamt sind 79% der Deutschen im Internet unterwegs. Jeder zweite Onlinenutzer greift regelmäßig auch mobil auf Internetinhalte zurück. Durchschnittlich ist ein Internetnutzer in Deutschland an 5,9 Tagen wöchentlich online und verbringt täglich 166 Minuten im Netz. Doch wie ist das Online-Verhalten der Reiter und Pferdeinteressierten in Deutschland? Eine Studie der Georg-August-Universität in Göttingen und dem Marktforschungsunternehmen HorseFuturePanel UG enthüllt erstmals die Internetnutzung und die Erwartungshaltung deutscher Reiter und Aktivisten der Pferdebranche gegenüber Onlineauftritten.

Insgesamt wurden 1.230 Probanden über ihr Nutzungsverhalten im Internet befragt. Diese Probanden wurden in Pferdebesitzer (53 %), Pferdezüchter (30 %) und Pferdeinteressierte (17 %) gruppiert. Die Gruppe der Pferdebesitzer nutzt das Internet zum Lesen von Erfahrungsberichten und informiert sich auf den Internetauftritten und Facebook-Seiten der Pferdebetriebe. Außerdem sind Onlineshops von Händlern sehr beliebt. 85% der Pferdebesitzer sind auf Facebook und lieben interaktive Inhalte. Sie wollen schnell über Aktuelles und Termine informiert sein und sind grundsätzlich sehr zielorientiert online.

Die Pferdezüchter nutzen das Internet, um sich über Pferdezucht, Pferdeveranstaltungen und Turnierergebnisse zu informieren. Sie sind häufig auf den Internetseiten der Verbände und Institutionen zu finden und möchten hier schnelle Informationen zu aktuellen Geschehnissen, Terminen und Ergebnislisten erhalten.

Die Pferdeinteressierten sind im Internet sehr spaßorientiert unterwegs und nicht mit einem klaren Ziel online. Sie suchen allgemeine Informationen rund um das Pferd. Dafür besuchen sie den Onlineauftritt und die Facebook-Seiten der Betriebe und Onlinehändler. 92% dieser Gruppe sind aktiv in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter unterwegs.

Also an was könnte es liegen, dass sich keiner traut, den Onlinemarkt anzufassen?

ZEIT FÜR ONLINEMARKETING

In erster Linie denke ich da an den Zeitfaktor, der nun mal bei Betrieben und Vereinen sehr gering ist, um sich um eine gepflegte Webseite oder eine Facebook-Seite zu kümmern.
Manche Vereine stellen sicher den ein oder anderen Verantwortlichen vor, welcher sich dann um Webseite und social media Kanäle kümmern soll. Aber auch dieser Auserwählte ist meist „nur“ ehrenamtlich tätig. „Nebenbei“ und „schnell“ lassen sich keine Kunden pflegen geschweige denn gewinnen. Social-media braucht Zeit, Kunden- und Mitgliederbindung ebenso.

VORBILDFUNKTION DER LANDES- UND BUNDESVERBÄNDE

Als zweite Möglichkeit lässt sich die Vorbildfunktion der Landes- und Bundesverbände des Pferdesports als Argument hinzuziehen. Die Vereine und Betriebe erfahren von deren Seite wenig Unterstützung und Empfehlungen. Die zu findenden Informationen über diese Themen sind sehr spärlich und nicht wirklich eine Hilfestellung.
Viele Landesverbände besitzen keine social-media Auftritt oder eine benutzerfreundliche Webseite.
Hier könnten die Verbände wirklich als Vorbild fungieren, einen Ansprechpartner zur Verfügung stellen, Vereine vorstellen und so etwas Staub abklopfen…

STAUB

Oft höre ich Sätze wie: „Das machen wir schon immer so!“, „Das verstehe ich eh nicht!“ oder „Dieses online hat sowieso keine Chance!“.

Ich habe 4 Jahre bei einem hiesigen Zeitungsverlag in Thüringen gearbeitet. Hier musste der Umschwung von Print auf Digital auf einem ganz schmalen Grad an Möglichkeiten vollzogen werden. Anzeigenberater mussten plötzlich Onlinebanner verkaufen und sich mit Google, Suchmaschinen und Superbannern auseinandersetzen. Ich hatte damals die Aufgabe, den Beratern das Thema „online“ näher zu bringen und schmackhaft zu machen. Dafür brauchte ich ein hartes Fell, viel Geduld und einiges an Kreativität. Aber: Ich habe es geschafft.
Auch da konnte ich die Zurückhaltung nicht ganz verstehen, bedeutete es doch zusätzliche Provision für die Anzeigenberater. Aber des Respekt vor den neuen Produkten war einfach zu groß. Niemand wollte sich zu Beginn großartig mit den Produkten auseinandersetzen, geschweige denn, sie verkaufen. Zweifel an der Sinnhaftigkeit und den Preisen verhinderten einen offenen Austausch. Erst das Schnüren von crossmedialen Konzepten kurbelte den Verkauf etwas an. Solange noch eine normale Printanzeige mit verkauft werden konnte, schienen die Berater Sicherheit zu haben.

Aber wie ist es in der Pferdebranche?
Die meisten Stall- und Vereinsbetreiber sind in dem Altersbereich 40+. Sie wurden mit dem Internet und dem Onlinemarketing wenig oder gar nicht konfrontiert. Sie gehören nicht zu der Generation, die mit den neuen Medien aufgewachsen ist. Sie sehen einfach keine Notwendigkeit in der Nutzung, da sie selbst die Medien nicht brauchen oder je gebraucht haben.
Spätestens die nächste Generation wird jedoch Probleme bekommen: Dann sind alle Kunden, jede Zielgruppe online und keiner holt sie ab.

Gerade in den aufwühlenden Zeiten in denen das Thema Pferdesteuer mehr und mehr in die Münder der Politiker gerät, sollte aufgepasst werden, wie die eigene Vermarktung aufgestellt ist.

Wie Sie einen professionellen Werbeauftritt aufstellen erfahren Sie hier. Informationen über einen gelungen social-media-Auftritt gibt es hier.